Freie Wähler Ostrach auf dem Prüfstand – Kommunalwahlen 2019 in Ostrach

„Allgemeiner geht es eigentlich fast nicht mehr“, hieß es noch bei der Liste der SPD & Freie Bürger. Doch, es geht; bei den Freien Wählern. Deshalb die FW Ostrach im Originalton :
„Ich bin seit fünf Jahren im Gemeinderat und bestrebt, noch mindestens eine Legislaturperiode die Gemeinde aktiv mitzugestalten.“
„Mir ist die Zukunft von Ostrach und unserer Heimat wichtig und ich möchte diese aktiv mitgestalten.“
„Mit meiner Kandidatur zum Gemeinderat möchte ich mich für die Bürger von Ostrach einsetzen und die Gemeinde zukunftsweisend mitgestalten.“
„Da ich meine Zukunft in Ostrach sehe, möchte ich nicht nur den Gemeinderat kritisieren, sondern aktiv mitwirken und verändern.
„Wie in der vergangenen Legislaturperiode auch, soll mein erklärtes Ziel eine grundsolide Haushaltspolitik sein.“
„Ich mache das, um Verantwortung zu übernehmen, ich mache es, weil es viele, die mehr Zeit als ich haben, nicht machen.“ Sprachs und verabschiedete sich in der Halbzeit, weil er keine Zeit mehr hatte.
Aktiv mitgestalten, aktiv mitgestalten, aktiv mitgestalten … Was? Wie? Gemeinplätze in der Kommunalpolitik oder Phrasen. Phrase, die; laut Duden leere Redensart, nichtssagende Äußerung. Phrasendrescherei laut Duden nichtssagendes Gerede.
„Wie du gesät hast, so wirst du ernten.“ So zitiert ein Kandidat und späterer Gemeinderat den römischen Senator und Philosophen Cicero. Ob er jetzt glaubt, Ostrach retten zu können wie weiland Cicero die römische Republik? Wohl kaum. Dazu müsste er ja zuerst säen! Wer nichts sät, kann nicht ernten. Ostrachs FW haben nicht gesät, nur gedroschen – leeres Stroh!
Doch halt! Da war eine Ausnahme: „…soll mein erklärtes Ziel eine grundsolide Haushaltspolitik sein.“ Sprachs und verstummte, wenn im Gemeinderat die Haushaltsreden gehalten wurden. Man sollte seine erklärten Ziele schon der Öffentlichkeit erklären, nur dann ist man glaubwürdig. Alles andere ist hohles Gerede. Und das findet man in dem „Wahlprogramm“ der FW, abgedruckt auf dem Flyer zur Wahl 2014, zuhauf. „Gefällt mir!“, steht auf dem Flyer. Mit Facebook – Logo. Nein! Facebookdaumen

„Auf eine klassische Kandidatenvorstellung verzichten die Bewerber bewusst“, so die Schwäbische Zeitung vom 03. 05. 2014. Klar. Da hätte man ja zu seinen Vorschlägen -Senkung der Gewerbesteuer, kein Bürgerbus –  Rede und Antwort stehen müssen. „Aber wir können Bewusstsein schaffen und unsere Perspektive einbringen“ (ebd.). Richtig. Dazu muss man aber eine Perspektive haben. Und es ist das gesellschaftliche Sein, das das Bewusstsein bestimmt. Aber das ist ja – um Himmels willen – Karl Marx, „Zur Kritik der Politischen Ökonomie“. Falsches Bewusstsein nennt er übrigens Ideologie. Ideologiekritik dürft von den Freien Wählern kaum zu erwarten sein, haben sie doch das richtige Bewusstsein.

FW Ostrach Wahlprogramm 2014

Wahlprogramm der FW Ostrach 2014

SPD Ostrach auf dem Prüfstand
CDU Ostrach auf dem Prüfstand

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SPD & Freie Bürger auf dem Prüfstand – Kommunalwahlen 2019 in Ostrach

SPD & Freie Bürger – merkwürd’ger Fall, was sich da im Amtsblatt Nr. 13 vom 28. März 2019 und in der Presse präsentiert (Schwäbische Zeitung, 29. 03. 2019). Und „dann unsere vier Powerfrauen“. Vier? Gruppenbild mit (einer) Dame sieht man auf dem Foto im Amtsblatt und in der „Schwäbischen.“ Bei drei Frauen hat es sich schon beim Start „ausgepowert“. Sie waren offensichtlich gar nicht bei der Kandidatennominierung, sonst wären sie auf dem Bild. Aber nicht nur die drei, insgesamt fehlen fünf. Dreißig Prozent der Kandidaten werden bei der SPD & Freie Bürger in Abwesenheit aufgestellt. Merkwürd‘ger Fall. SPD & Freie Bürger? Eigentlich eher Freie Bürger & SPD. Lediglich 5 Kandidaten auf der Liste sind SPD-Mitglieder. 13 sind freie Bürger im Wahljahr 2019. Ein freier Bürger weniger als im Wahljahr 2014.
Und wie lautete vor fünf Jahren doch gleich die Selbstcharakterisierung? „Wir sind frei, mutig, kompetent, kreativ, unabhängig“. Und wir zeigen Flagge! Flaggen dienten zur visuellen Übertragung von Informationen, teilt uns Wikipedia mit. Die waren allerdings mehr als spärlich:

„Frauen und Männer aus den verschiedensten Berufen und Lebensabschnitten sind bereit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und Flagge zu zeigen. Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren die Politik im Gemeinderat engagiert und kreativ mit zu gestalten. Sie als Bürgerinnen und Bürger unserer Heimatgemeinde wollen wir dabei hören und mitnehmen, um Verständnis für politische Prozesse zu wecken und Konflikte zu vermeiden. Wir wollen Ostrach als Wirtscharts- und Bildungsstandort entwickeln und so zukunftsfähig machen. Dabei wollen wir den Erhalt unserer einzigartigen Natur stets im Auge behalten.“

Allgemeiner geht es eigentlich fast nicht mehr. Wirtschaftsstandort, Bildungsstandort, Natur. Wenn eine Fraktion zur Hälfte aus gebildeten, pensionierten Lehrern besteht, ist es erlaubt, Goethes Faust zu zitieren: „Das Was bedenke, mehr bedenke Wie“ (Faust II V 6992). Das Was ist von einer solchen Allgemeinheit, dass es jede Partei auf ihre Fahne schreiben könnte. Über das Wie schwiegen sich SPD & Frei Bürger 2014 gründlich aus.
Also Blick in die Zeitung. Bildungsstandort Ostrach: „Die Grundschule in Burgweiler soll erhalten bleiben“ (Schwäbische Zeitung, 21. 05. 2014), forderte die SPD. Dort ruht aber inzwischen der Unterricht. Und über die Existenz einer Schule entscheidet das Regierungspräsidium bzw. das Staatliche Schulamt und nicht die Liste SPD & Freie Bürger Ostrach. Schwerpunkt Bildungsstandort – Fehlanzeige.
Wirtschaftsstandort: „Weitere wichtige Aufgabe wird die Ansiedlung von Gewerbe und die Betreuung der Betriebe sein, sind sich die Kandidaten einig. Vorrangig sollte aber das Gebiet Heiligenberger Straße gefüllt werden und das konfliktreiche Gebiet Altshauser Straße geschont bleiben“ (Schwäbische Zeitung, 21. 05. 2014). Krachend gescheitert. Das „konfliktreiche Gebiet“ soll sogar erweitert werden, Königsegg I und Königsegg II. SPD & Freie Bürger haben mit dazu beigetragen, dass das interkommunale Gewerbegebiet gebaut wird. Versprochen – gebrochen!
Natur? „Zu weichen Standortfaktoren zähle die Liste auch das Pfrunger-Burgweiler Ried, Freizeit- und Kulturangebot“(ebd.). Richtig, hier handelt es sich um weiche Standortfaktoren. Und was wollten SPD & Frei Bürger uns damit sagen? Was wollten sie damit machen? Keine Antwort.
„Neben den harten Standortfaktoren setzt die Liste SPD/Freie Bürger auch auf weiche. ‚Daher stehen wir hinter dem Bürgerbus…‘ “(ebd.). Der Bus steht zwar nicht im Wahlprogramm der SPD; aber es sei den Kandidaten der SPD & Freien Bürgern vergönnt, hier zu punkten. Am Bus haben sie mitgewirkt. Einige fahren ihn auch.

„Sie als Bürgerinnen und Bürger unserer Heimatgemeinde wollen wir dabei hören und mitnehmen, um Verständnis für politische Prozesse zu wecken und Konflikte zu vermeiden.“ Ob die Wählervereinigung aus SPD und freien Bürgern die Bürger gehört hat, das müssen deren Gemeinderäte wissen. Mitnehmen?  Im Bürgerbus? Wohin?
Wenn in einem Wahlprogramm einer Partei, auch auf kommunaler Ebene, gesagt wird, sie, die Partei, wolle beim Bürger das Verständnis für den politischen Prozess wecken, ist das in sog. “Parteienstaatlichen Demokratien“ selbstverständlich und nach Grundgesetz und Parteiengesetz Aufgabe und Funktion von Parteien. Wenn die Behauptung aufgestellt wird, dies geschehe in der Absicht, „Konflikte zu vermeiden“, zeigt sich hier ein seltsames Demokratieverständnis. In pluralistischen Gesellschaften gibt es unterschiedliche Interessen. In pluralistisch-demokratischen Gesellschaften werden Konflikte offen ausgetragen und nicht vermieden. Dazu gibt es institutionalisierte Verfahrensweisen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Man darf jetzt gespannt sein, wie das „Wahlprogramm 2019 “ der Wählervereinigung SPD & Freie Bürger / Freie Bürger & SPD aussehen wird.

SPD Wahlprogramm 2014

Wahlprogramm der SPD und Freie Bürger 2014

Hier geht’s zur CDU Ostrach auf dem Prüfstand

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CDU Ostrach auf dem Prüfstand – Kommunalwahlen 2019 in Ostrach

Im Rahmen der Kommunalwahlen werden in der nächsten Zeit die Parteien und Wählervereinigungen, die für den Gemeinderat kandidieren, hier auf den Prüfstand gestellt. Was haben sie 2014 versprochen, was haben sie bis heute erreicht.

In einem zweiten Punkt werden die Parteien und Wählervereinigungen unter den Aspekten näher unter die Lupe genommen, denen sie laut Gemeindeordnung im besonderen Maße verpflichtet sind: Umsetzung der Beschlüsse und Kontrolle der Verwaltung und des Bürgermeisters.
Vernachlässigte Politikfelder und Öffentlichkeitsarbeit während der vergangenen fünf Jahre bilden den Schluss des Themenblocks Kommunalwahlen 2019 in Ostrach.

Als stärkste Fraktion im Gemeinderat wird die CDU zuerst auf den Prüfstand gestellt.

„Schwerpunkte setzen die Bewerber unter anderem darauf, seniorengerechte Einrichtungen zu schaffen, die ärztliche Grundversorgung zu sichern sowie eine Stärkung der innerörtlichen Bebauung. Bei mehreren Veranstaltungen stellen sich die 14 Kandidaten den Bürgern vor und wollen mit ihnen ins Gespräch kommen. ‚Wichtig ist uns, mit Inhalten in den Wahlkampf zu gehen. So wissen die Bürger wofür wir stehen‘, sagt Andreas Barth, Kandidat und Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes“.
Dies sind nicht die Aussagen der CDU Ostrachs zur Kommunalwahl 2019, es sind die „Wahlversprechen“ der CDU aus dem Jahre 2014, festgehalten in der Schwäbische Zeitung vom 08. 05. 2014. Fünf Jahre später: Die CDU ist mit ihren Schwerpunkten krachend gescheitert. Keiner der drei Schwerpunkte wurde in den vergangenen fünf Jahren auch nur annähernd in Ostrach umgesetzt.

Aber eines muss man der CDU zugutehalten: Sie war die einzige Partei, die bei den Kommunalwahlen 2014 Inhalte formulierte und Forderungen aufstellte, mit denen sie in den „Wahlkampf“ zog.

Zur Erinnerung:
Das wollen wir erreichen:
Stärkung und Ausbau des Wirtschaftsstandortes
Seniorengerechte Einrichtungen schaffen
Förderung der Vereins- und Jugendarbeit
Weiterer Ausbau des Rad- u. Wanderwegenetzes
Sicherung der ärztlichen Grundversorgung
Verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Finanzen
Ausbau unserer Naherholungsgebiete
Schaffung von günstigen Bauplätzen
Stärkung der innerörtlichen Bebauung

Neun Punkte, neun Forderungen, die die CDU umsetzen wollte. Hat sie das erreicht, was sie erreichen wollte? Sicher, Gewerbegebiet Königsegg und jüngst Waidenhalden II sind Beispiele für den Ausbau des Wirtschaftsstandortes; ob sie zu einer Stärkung geführt haben, muss sich erst noch erweisen. Umstritten war das interkommunale Gewerbegebiet Königsegg von Anfang an.
Die Jugendarbeit, zumindest der politisch-partizipatorische Teil, findet in Ostrach nach wie vor nicht statt. Die Beteiligung der Jugend am kommunalpolitischen Geschehen ist seit Mai 2015 ohne Erfolg. Die Bemühungen um einen sog. 14er-Rat sind gescheitert.
Dass es um Ostrach herum ein Radwegenetz gibt, kann jeder Radfahrer bezeugen. Leider gibt es aber in Ostrach keine Radwege. Radwegemarkierungen, die anderswo selbstverständlich sind (z. B. in Pfullendorf) und ein gefahrloseres Radfahren ermöglichen, fehlen.
„106 Gemeinden im Südwesten ohne Schulden. 78 Gemeinden mit mehr als 2 000 Euro je Einwohner Ende 2017 verschuldet, durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinden bei 1 173 Euro“. Soweit die Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 17. Juli 2018. Die „Top-Gemeinde Ostrach“ gehört nicht zu den 106 Gemeinden ohne Schulden. Sie hat aber auch keine Pro-Kopf-Verschuldung von über 1000 Euro. 2017 waren es 666 Euro pro Kopf  laut Statistischem Landesamt.
Sollte mit dem Ausbau der Naherholungsgebiete das Ried mit Bannwaldturm gemeint sein, wurde hier allerdings einiges ausgebaut – nicht immer zum Vorteil unseres berühmten Schwarzstorchs. Interessant in diesem Zusammenhang, dass für die CDU im Kommunalwahlkampf 2014 die Kategorien Umwelt, Nachhaltigkeit oder Biodiversität keine Rolle spielten.
Mit fast 14 ha wurden allein in den letzten beiden Jahren Bauplätze in der Gemeinde Ostrach ausgewiesen. Das wurde erreicht. Leider wurde aber im Bereich der Ortskernsanierung und den Leerständen bei den Geschäften nichts erreicht.

Seniorengerechte Einrichtungen, Sicherung der ärztlichen Grundversorgung sowie eine Stärkung der innerörtlichen Bebauung, hier vor allem die Bereitstellung von Mietwohnungen, dürften auch in den nächsten Jahren von zentraler Bedeutung sein. Von einer „seniorengerechten Gemeinde“, die über ein „medizinisches Versorgungszentrum“ verfügt (Schwäbische Zeitung vom 08. 05. 2014), ist Ostrach meilenweit entfernt. Man darf aber gespannt sein, mit welchen Konzepten die Kandidaten der CDU in Ostrach den „Wahlkampf 2019“ bestreiten werden.

CDU Wahlprogramm 2014

Wahlprogramm der CDU 2014

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Es geht um die Wurst …

…genauer um die Ostracher Schwarze-Vere-Wurst.

Schwarzer Veri Raavensburg 1

Wenn der Mann vom Lande, also der Ostracher, in die Stadt fährt, z. B. nach Ravensburg, um das zu kaufen, was es in Ostrach nicht gibt, also fast alles, steht er wie vom Blitz getroffen, wenn er in der Unteren Breiten Straße vor einer Metzgerei diese Werbung liest: „Scharfer Veri. Die Schwarzwurst mit Pepp!“
Jetzt könnte es ihm ja eigentlich Wurst sein, dem Ostracher; aber das kann ja nicht sein. Scharfer Veri! Die Veri-Wurst als Markenzeichen der Walser Spezialitäten GmbH Ravensburg! Die Schwarze-Vere-Wurst ist doch ein „Alleinstellungsmerkmal“ Ostrachs, ein exklusives Ostracher Produkt, eine geniale Marketingstrategie, auf die man erst einmal kommen muss. Wir machen Wurst aus einem Schwerkriminellen. Diese genuine Ostracher Idee wurde geklaut!

„Eine Räuberwurst wirbt nun für Ostrach“, schrieb die Schwäbische Zeitung am 31. 07. 2013. Sie sei knackig, würzig und haltbar und werde künftig für die Gemeinde werben. Die pfiffige Idee, eine Wurst herzustellen, die den Namen des Schwarzen Veres trage, sei dem Wirtschaftsförderer Klaus Walther gekommen, so die Zeitung. Wirklich? Die Redaktion Fleischwirtschaft sieht dies ganz anders. Dort kann man am 30. August 2013 lesen: „Die zündende Idee hatte Ermlers langjähriger und kreativer Mitarbeiter, der 51-jährige Fleischermeister Anton Rimsberger.“
Wer hatte nun die Idee? Die Walser Spezialitäten GmbH, der Wirtschaftsförderer oder der Fleischermeister Anton Rimsberger?

Nun nennt die Walser Spezialitäten GmbH ihre Wurst „Schwarzer Veri“, während die Ostracher Räuberwurst „Schwarzer Vere“ heißt. Also keine Produktpiraterie. Veri und Vere sind zwei verschiedene Räuber. Weit gefehlt! Ostrachs Räuberexperte Gerhard Fetscher hat dazu im Wochenblatt vom 28. 02. 2019 auf die Frage: „Wie hieß er nun, Veri oder Vere?“, klare Auskunft erteilt. Laut Aktenlage werde Xaver Hohenleitner „Schwarzer Veri“ genannt, dies entspreche seiner bayerischen Herkunft. Die schwäbische Abkürzung für Xaver sei aber Vere, deshalb heiße der Veri in Ostrach Vere. Alles klar? Wer Bepp, Sepp, Beppi gerufen wird ist laut Aktenlage immer der Josef, zumindest in Bayern.

Somit wäre also die Identität des Räubers Xaver Hohenleitner soweit geklärt.
Bleibt die Wurst und mit ihr der Erfinder dieser genialen Idee.

Zunächst die Wurst. Hier gibt es Unterschiede. Die Walser Spezialitäten GmbH beschreibt ihre Schwarze-Veri-Wurst wie folgt: „Die feurige Schwarzwurst mit Schinkeneinlage. Die herzhafte Schwarzwurst mit reichlich köstlichen Schinkenstückchen und einer feinen, scharfen Chili-Note.“
In der Redaktion Fleischwirtschaft wird die Räuberwurst wie folgt beschrieben: „Die ‚Ostracher Räuberwurst Schwarzer Vere‘ ist eine klassische Rohwurst. Typisch sind die pikante Schärfe, ein kräftiger Rauchgeschmack und die mittelfeste Konsistenz. Verarbeitet wird ausschließlich Schweinefleisch aus der Region.“ Alles klar. Veri-Wurst ist nicht gleich Vere-Wurst.

Bei der Idee geht es allerdings um die Wurst. Schließlich handelt es hier um geistiges Eigentum. Wer hat hier von wem geklaut? Wer sind die Räuber?

Auch hier ist die Aktenlage eindeutig.!
Die scharfe Blutwurst „Schwarzer Veri“ wird vom Grillsportverein aus Altusried als innovatives Produkt am 14. 12. 2012 im Netz veröffentlicht. Die zündende Idee hatte ein sog. Wurst-und Schinkenmaster, der sich hinter dem Künstlernamen Zeus versteckt. Zeus hat das Rezept seiner Veri-Wurst gleich mitveröffentlicht. Wie nicht anders zu erwarten, stammt also die zündende Idee aus Bayern, dort, wo der Schwarze Vere herkommt. Sie stammt nicht aus Ravensburg und auch nicht auch Ostrach. So etwas nennt man Ideenklau! Da könnt doch grad der Blitz dreinschlagen!

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CDU Ostrach lädt ein – CDU Ostrach lädt aus

Staatssekretärin Gurr-Hirsch kommt, kommt nicht

Am 28. Februar im Amtsblatt zwischen Hausfasnet, Rosenmontagsumzug und Narrenfahrplan teilt der CDU-Ortsverband Ostrach mit, sie komme, sie komme am 7. März, Frau Staatssekretärin Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, württembergische und deutsche Weinkönigin 1976/77. Die beurlaubte Studienrätin, u. a. ev. Theologin – Weinköniginnen, sei es in der Pfalz oder in Württemberg, studieren offensichtlich Theologie – ist seit 2001 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg, also seit 18 Jahren (sic).

Und da die ELR-Schwerpunktgemeinde Ostrach heuer wieder runde 700000 Euro Fördergeld bekommen hat, lädt der CDU-Ortsverband in die Gaststätte „Polenta“ zum Bürgergespräch über den ländlichen Raum und die Landwirtschaft mit der Frau Staatssekretärin ein. Und zwar um 16.30 Uhr.
Da freut sich der Bewohner des ländlichen Raumes gleich dreifach:
1. weil er so herzlich eingeladen wird,
2. freut er sich mit der Frau Staatssekretärin; teilt sie doch auf ihrer Homepage mit: „Ich freue mich auf die künftigen Begegnungen mit Ihnen.“
3. Auch hat der Bürger zudem die Gelegenheit, an diesem 7. März die CDU-Bewerber für die Gemeinderatswahlen am 26. Mai kennenzulernen.

Am 7. März? Namenstag von Perpetua und Felicitas. Perpetua und Felicitas, die bringen uns das erste Gras, sagt die Bauernregel – aber noch lange keine Staatssekretärin. Denn wie wir dem Mitteilungsblatt der Gemeindeverwaltung vom 7. März entnehmen können, kann sie partout nicht kommen. Zwar besucht sie nachmittags die Gemeinde Ostrach, um sich mit wichtigen und bedeutenden Persönlichkeiten über gelungene und wahrscheinlich noch geplante Projekte im Rahmen des Entwicklungsprogrammes Ländlicher Raum zu unterhalten, aber mit den Bürgern, mit denen kann sie sich nicht unterhalten. Sie muss nämlich dringend nach Stuttgart. Um 20.15 Uhr wird „Zur Sache Baden-Württemberg!“ gesendet, im Fernsehen, dort ist sie live zu sehen, nicht in der „Polenta“ in Ostrach. Tja, lieber 10 Minuten im SWR als 100 Minuten mit Ostrachs Bürgern!

Frau Staatssekretärin ist ein Fan von Antoine de Saint-Exupéry, deshalb steht auf ihrer Homepage ein Zitat aus dem Märchen Der kleine Prinz: Du bist zeitlebens dafür verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast“, sagt der Fuchs zum kleinen Prinzen. So sei er z. B. für seine Rose verantwortlich, sagt der Fuchs. Und es gebe feste Bräuche, fährt er fort: „Es muss feste Bräuche gegeben“, heißt es in dem von Frau Gurr-Hirsch zitierten 21. Kapitel. „Il faut des rites … Qu’est-ce qu’un rite?, dit le petit prince.– C’est aussi quelque chose de trop oublié, dit le renard.“
Wenn man sich mit jemandem verabredet, hält man die Verabredung ein. Das ist ein fester Brauch, nicht nur im ländlichen Raum! Manche vergessen das oft.
Am Sonntag ist Funkensonntag. Hier ist leider kein Funke übergesprungen.

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Cherubinischer Staub – ein außergewöhnlicher Gedichtband von Christian Lehnert

„Dieses Buch verstört manche Leute“, meint der Autor, denn es gebe keine intellektuell-kognitiven Brücken. Hier habe ein Dichter der Gegenwart den Mut, auf dem Boden geistlicher Überlieferung erneut einen Einklang von Seele und Welt zu suchen, so die Rezension der taz über Christian Lehnerts Gedichtband Cherubinischer Staub. Verstörende Lyrik, hermetisch, Einklang von Seele und Welt? Cherubinischer Staub – das befremdet. Cherub, interpretiert als „Fülle der Erkenntnis“, bei dem Mystiker Dionysius Areopagita im 5. Jh. bei seiner Hierarchie der Engel nach den Seraphim die bedeutendsten Engel, und explizite verweist der Autor in seinem Gedichtband auf die Berufungsvision des Hesekiel (Ezechiel) hin, dem die geflügelten Wesen erscheinen. Im ersten Buch Mose sind es die Cherubim, die mit dem Flammenschwert den Weg zum Baum des Lebens bewachen. Und der Autor? Dichter – Pfarrer, evangelischer Theologe, Hölty-Preisträger – ein Dichter, der sich tradierter Formen bedient, die ihm aber ästhetische Möglichkeiten bieten, spielerisch mit Form und Inhalt umzugehen, Reim und gebundene Sprache – außergewöhnlich in der modernen Lyrik – elegant zu verwenden.

Cherubinischer Staub, der Titel, verweist auf Angelus Selesius (1624 -1677) und dessen Cherubinischen Wandersmann:
Jch bin nicht ausser GOtt / und GOtt nicht ausser mir /
Jch bin sein Glantz und Liecht / und Er ist meine Zihr.
Und bei Christian Lehnert:
Das Undeutliche, GOtt, kann dies und jenes sein,
Wo immer du IHn suchst, schließt ER dich in sich ein.

Der antithetische, sechshebig jambische Reimvers, seit Optitz in seiner Deutschen Poeterey der Reim der Barockdichtung schlechthin, von Angelus Selesius und Christian Lehnert verwendet. Als ob es keine Brücken gäbe.

Überhaupt dominiert im ersten Teil des Gedichtbandes – Stille ohne Maß – bei fast allen epigrammatischen Aphorismen der Alexandriner. Und mit welcher sprichwörtlichen epigrammatischen Kürze beschämt der Dichter- Theologe Lehnert hier seine sonntäglich predigenden Pfarrerkollegen, wenn er über GOtt spricht.

Dichter-Theologe?
Epiphanie
Der Schwan berührt das Meer genau an jener Stelle,
wo Licht verstanden wird, die brandungslose Welle
.

Sicher, Le cygne in den Fleurs du Mal ist Metapher für den Dichter, aber schon in der Antike und ebenfalls 1799 bei Hölderlin in Hälfte des Lebens:
[…]
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser
.

„Die nüchterne Trunkenheit ist die spezifisch dichterische Verfassung. Wahres Dichtertum entsteht aus der Verbindung von Begeisterung und Besonnenheit“, so Jochen Schmidt in seinem Hölderlinkommentar. Suchendes Sprechen und schöpferisches Lauschen, so Lehnerts Dichterverständnis. Er wäre mit dem Dichter-Theologen Hölderlin und dessen Metaphorik einverstanden.

Baumgespräche ist der dritte Teil des Gedichtbandes. Ein Verweis auf Brechts Gedicht An die Nachgeborenen:
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

Bei Lehnert aber eher eine Reminiszenz an Brechts Gedicht. Explizit politisch sind Lehnerts Gedichte nicht. Das Baumgespräch ist das schöpferische Lauschen. Es sind die Bäume, die erzählen; die Fichten, die Buchen, die Kirschen, die Eschen, eingebunden in Sentenzen des Theosophen Jakob Böhme.

Der mittlere Teil des Gedichtbandes heißt Von der Unruhe. Eingeleitet mit einem Zitat aus Hesekiels Vision und  – Rainer Maria Rilke: „… aber das Wehende höre, die ununterbrochene Nachricht, die aus Stille sich bildet“, Zitat aus der ersten Duineser Elegie. Der Verweis auf Rilkes Elegie ist in dem Gedichtband, in diesem mittleren Teil, fast zwangsläufig.

Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnung?“, ist der Beginn der  ersten Elegie. „Jeder Engel ist schrecklich. Und dennoch, weh mir, ansing ich euch, fast tödliche Vögel der Seele, wissend um euch“, so die ersten Verse der zweiten Elegie. Soviel zu den Cherubim und dem Cherubinischen Staub: Jeder Engel ist schrecklich. Und in einem der beeindruckendsten Gedichte des Bandes greift Lehnert ein zentrales Motiv barocker Dichtung und barocker Kunst überhaupt auf: Vanitas, Eitelkeit und Vergänglichkeit. Auf Andreas Gryphius‘ Sonette Vanitas, vanitatum et omnia vanitas und Es ist alles eitel wird hier unmissverständlich verwiesen. Nur Lehnert schreibt kein Sonett.

Vanitas

Ein nasser, morscher Stamm, von einem Baum nur Schalen
und lose Rinde, mürb die pilzzersetzte Seele,
dunkle Poren, fahle
Fasern, ihnen fehlen
ein jeder Halt und Form. Die Flechten hüllen weiß
das erdig kalte Holz, den achtzigfachen Kreis.

Die blinden Asseln bohren, die Tausendfüßer winden
sich in die Weichheit ein, das Mark, papierne Haut —
Stumpf der großen Linde,
leiser Röhrenlaut
verfliegt und wird vergessen, wie Atem, Rauch im Wind,
wie Reiche und wie Menschen, wo keine Namen sind.

Was rechne ich mir zu? Was glaube ich zu haben?
Im ungewissen Kreis, von Schritt zu Schritt im Fallen,
Rinnsal, Mulm, mein Graben,
Sickern und Verhallen?
So laß doch ein den Hauch, verschließ dich nicht im Bleiben!
Laß still den Gott in dir sein Wuchs und Strömung treiben!

Er verwendet aber die emblematische Struktur barocker Gedichte: Die Inscriptio (Vanitas), die Pictura (die detaillierte Beschreibung des Zerfalls) und die Subscriptio (eine moralische und heilsgeschichtliche Dimension in den letzten beiden Versen).

Die Vanitas-Symbole (morscher Stamm, pilzzersetzte Seele!, Flechten, Asseln, Rauch, Mulm etc.), die Fülle von Worthäufungen sind typischer Ausdruck barocker Rhetorik. Rhythmisch und metrisch werden die Alexandriner in jeder Strophe durch die beiden dreihebigen Trochäen unterbrochen, retardierende Momente, die aber in der ersten und zweiten Strophe durch den Zeilensprung eine enge Verbindung herstellen. Erst in der letzten Strophe ist das Reimschema vollkommen regelmäßig. Drei Fragen, eingebunden in einen Kreuzreim, werden mit der Aufforderung, eingebettet in einen abschließenden Paarreim, beantwortet, den Hauch, also den Geist Gottes wirken zu lassen.

Lyrik sei rhythmisches Schreiben, aus- und einatmen. Ein Gedicht, so Lehnert, entstehe dann, wenn ihm, dem Dichter, die Worte fehlten.

Christian Lehnert, Cherubinischer Staub – Gedichte. Suhrkamp Verlag Berlin 2018. 20.-€

„Gelegentliche Abschweifungen in andere Themenfelder sind durchaus beabsichtigt und mögen als Bereicherungen aufgefasst werden, sozusagen als schmückendes Beiwerk“, heißt es in der Menüleiste unter About in diesem Blog. Lehnerts Gedichtband Cherubinischer Staub ist mehr als ein schmückendes Beiwerk.

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WIR sind Ostrach – Ein kleiner Briefwechsel

Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft so heißt unmissverständlich das Programm des Ministeriums für Soziales und Integration -sollte man meinen. In Ostrach heißt das Programm WIR sind Ostrach. Das Ministerium spricht von einer „ganzheitlichen Integrationsstrategie unter Einbeziehung der Bürgerschaft“. Eine ganzheitliche Integrationsstrategie, überhaupt eine Integrationsstrategie, dürfte man in Ostrachs Programm nicht finden.
Deshalb bin ich aus dem Projekt ausgetreten. Es hat nichts zu tun mit dem bürgerschaftlichen Engagement bei der Integration von Migranten.
Ausführlich begründet habe ich dies in dem Blogeintrag WIR sind Ostrach – ohne Integration – ohne mich.
Da dieses Projekt weder geheim noch privat ist, sondern öffentlich, und in öffentlichen Angelegenheiten Transparenz herrschen muss, zumal wenn die Angelegenheiten mit öffentlichen Geldern gefördert werden, sei der kleine „Briefwechsel“ hier wiedergegeben, der im Anschluss stattfand.

Am 14. Februar 2019 äußerte sich Ostrachs Bürgermeister wie folgt zu dem Vorgang:

Sehr geehrter Herr Schreijäg,

vielen Dank für Ihr Mail und Ihr bisheriges Engagement bei „Wir sind Ostrach“.
Ich darf bestätigen, dass es sich um ein Förderprogramm im Bereich „Integration“ handelt. Die Gemeinde Ostrach hat sich um das Programm beworben, durchführende Organisation ist die Führungsakademie, vorort vertreten durch Frau Ewert und Herrn Ege. Wir haben von Seiten der Gemeinde keine Vorgaben zu Inhalten o.ä. gemacht.
Ihre bisherige Arbeitsgruppe hat sich aus der Auftaktveranstaltung gebildet und bisher eigentlich keine größeren Fördermittel benötigt.
Z.B. der gestrige Termin mit Architekt Bürk: Herr Bürk wird nicht aus den Fördermitteln des Sozialministeriums bezahlt, sondern durch die Gemeinde für die Mitarbeit bei der Planung Hauptstraße.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Schulz

Meine Antwort vom 15. Februar 2019:

Sehr geehrter Herr Schulz,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meine E-Mail.
Es freut mich, dass Sie bestätigen, dass die Gemeinde Ostrach in das Förderprogramm Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft aufgenommen wurde.
Dazu musste die Gemeinde ihr Interesse für eine Prozessbegleitung bekunden und begründen.
Es geht um bürgerschaftliches Engagement bei der Integration von Migranten, wie das Ministerium unmissverständlich formuliert. Da die Gemeinde Ostrach dies der Führungsakademie gegenüber ausreichen begründet haben muss, nimmt sie an dem Förderprogramm teil. Wie die Gemeinde dies im Einzelnen begründet hat, ist nicht bekannt. Sicher nicht mit Ortskerngestaltung und Verkehr, Naturschutz (Artenschutz und Artenvielfalt), ärztliche Versorgung, Mobilität (Mobilitätsbedarf und Bürgerbus), Jugend in Ostrach (14er-Rat und Jugendtreff), Wir lieben Familie. Dies sind nicht die besonderen Herausforderungen, was die Integration von Migranten betrifft. Dafür kann es niemals Fördermittel geben! Bekommt Ostrach aber dafür Fördermittel, werden diese Mittel nicht korrekt verwendet.
Es sind im Übrigen nicht nur im Auftrag der Führungsakademie Personen, die das Projekt begleiten, die Gemeinde ist organisatorisch sehr konkret eingebunden durch die Leiterin des Hauptamtes und die Integrationsbeauftragte.
Selbstverständlich hat Herr Bürk als Person mit diesem Programm nichts zu tun; wurde er doch im Rahmen einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung mit der Planung der Hauptstraße betraut.
Mit freundlichem Gruß
Franz Schreijäg

 

Am 19. Februar 2019 meldete sich die Prozessbegleiterin, die laut Führungsakademie die Aufgabe hat, die Gemeinde Ostrach bei dem Prozess der Integration nachhaltig zu stärken. Ziel dabei ist es, eine ganzheitliche Integrationsstrategie für die Gemeinde zu entwickeln:

Sehr geehrter Herr Schreijäg,

vielen Dank für Ihre Mail und ihr großes Engagement für Ostrach.
Aber ich kann sie beruhigen: Ihre Sorgen bezüglich der Ausrichtung des Prozesses im Rahmen des Programmes „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ und die Verwendung der Fördergelder sind völlig unbegründet.
Das Gesamtkonzept, alle Prozessschritte, die Methoden und auch die Offenheit der inhaltlichen Ausrichtung für alle Belange der Bürger und Bürgerinnen, sind nicht nur mit der Führungsakademie, dem Sozialministerium abgestimmt, sondern gehören zum Konzept.
Bei Partizipationsprozessen sind immer die Themen, die die Bürger und Bürgerinnen der jeweiligen Kommune aktuell beschäftigen relevant und nicht Themen, die in anderen Kommunen bearbeitet werden.
So fanden vor unserer Auftaktveranstaltung „Wir sind Ostrach“ drei Vorbereitungstreffen mit Bürgern und Bürgerinnen Ostrachs statt, die nicht nur den Titel, sondern das Gesamtkonzept mitentwickelt und entschieden haben.
Sie sehen, es ist alles gut.
Schade, dass Sie nicht mehr mitarbeiten möchten, aber selbstverständlich respektieren wir Ihren Willen.
Mit freundlichen Grüßen
Heike Ewert

Am 19. Februar 2019 meine Antwort:

Sehr geehrte Frau Ewert,
vielen Dank für Ihre Mail.
Nein, meine Sorgen sind nicht unbegründet. Nein, nicht alles ist gut.
„Um vor Ort eine erfolgreiche Integration zu entwickeln … Kommunen und Landkreise, die eine ganzheitliche Integrationsstrategie unter Einbeziehung der Bürgerschaft erarbeiten wollen…“, schreibt das Ministerium.
„Ziel ist eine ganzheitliche Integrationsstrategie, die von allen Bevölkerungsgruppen, einschließlich Flüchtlingen und Migranten, von Politik und Verwaltung gemeinsam erarbeitet wird“, schreibt die Führungsakademie.
„Besonders Kommunen in der Fläche stehen einer großen Herausforderung gegenüber, wenn es um die Integration von Flüchtlingen und anderen Migranten geht“. Diese Aussage dürfte Ihnen ja bekannt und vertraut vorkommen.
Ostrachs ganzheitliche Integrationsstrategie zur Integration von Flüchtlingen und anderen Migranten sieht also so aus: Ortskerngestaltung und Verkehr, Naturschutz (Artenschutz und Artenvielfalt), ärztliche Versorgung, Mobilität (Mobilitätsbedarf und Bürgerbus), Jugend in Ostrach (14er-Rat und Jugendtreff), Wir lieben Familie.
Mit freundlichen Grüßen
Franz Schreijäg

Immerhin wissen wir jetzt, dass vor der Auftaktveranstaltung „Wir sind Ostrach“ bereits drei Vorbereitungstreffen mit Bürgern und Bürgerinnen Ostrachs stattfanden, „die nicht nur den Titel, sondern das Gesamtkonzept mitentwickelt und entschieden haben.“ Kein Kommentar mehr meinerseits!

 

 

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