Hellseher gibt es nicht nur in Überlingen

Da regen sie sich doch tatsächlich in der Großen Kreisstadt Überlingen auf, weil am 17. 12. 2019 unter Amtlichen Bekanntmachungen im Amtsblatt steht, dass der Gemeinderat am 18. 12. 2019 in öffentlicher Sitzung die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen habe, alles nach 13 b, weil es ja schnell gehen musste vor Jahresende. Weitblick, Fernblick und Hellseherei unterstellen die Bürger für Überlingen (BÜB +) dem Baubürgermeister. Da staunt der Mann vom Lande, also der Ostracher, nicht schlecht, dass man sich darüber aufregen kann. Ist doch die Präkognition die Fähigkeit, ein zukünftiges Ereignis oder einen Sachverhalt vorherzusagen. Unsere norddeutschen Landsleute haben dafür den Ausdruck „Spökenkieker“.

Dass in Ostrach z. B. der „Spökenkieker“ seit längerer Zeit sein Wesen in Ostrachs Verwaltung treibt, ist in diesem Blog schon seit 17. Oktober 2016 nachgewiesen. Denn das Ergebnis der Abstimmung über einen Gemeinderatsbeschluss wird bereits acht Tage vorher mitgeteilt: „Es wird folgender einstimmiger Beschluss gefasst“. Und das gleich bei drei Vorlagen. Einstimmig! Das ist Weitblick! Zugegeben, der Antrag wurde später abgeändert, nachdem dem von der Verwaltung beauftragten Leser dieses Blogs diese Form der Hellseherei doch etwas zu hellseherisch erschien.
Hellseherisch geht es in Ostrach auch dann zu, wenn im Haushalt 2019 für die Erschließung eines Gewerbegebietes, das es noch gar nicht gibt, für die Jahre 2020 und 2021 zwei Millionen Euro verplant werden. Derselbe Spökenkieker weiß auch, dass der vom Gemeinderat beschlossene Zuschuss von 250000 € für einen Kunstrasenplatz nie ausreichen wird und erhöht deshalb weitblickend den Zuschuss im Vermögenshaushalt 2017 (Jahresrechnung 2017) einfach um 150000 Euro auf 400000 Euro. Was Ostrachs Gemeinderäte mangels Draufblick nicht bemerkten und deshalb dem Verfahren einstimmig zustimmten.

Tja, liebe Überlinger BÜB, da können die Räte aus der Großen Kreisstadt aber noch etwas lernen. Hier auf dem Dorf herrschen Weitblick, Fernblick und Durchblick. Deshalb ist es auch gar nicht nachvollziehbar, dass sich nebst den Bürgern für Überlingen zwei Bloggerinnen auf AGORA LA und SatireSenf ebenfalls über diese Kleinigkeiten im tagespolitischen Geschäft aufregen und sogar Presseanfragen an das Regierungspräsidium stellen. Obwohl – die Antwort des Regierungspräsidiums Tübingen ist schon höchst interessant. Es handle sich zwar rechtlich um einen Fehler, aber die Veröffentlichung (im Überlinger Amtsblatt) habe auf die Wirksamkeit der gefassten Beschlüsse keinen Einfluss, schreibt das Regierungspräsidium.
Was lernen wir daraus? Es kann zwar rechtlich etwas falsch sein, die Wirksamkeit des Falschen aber richtig. Zweifelsohne eine neue Dimension der Rechtsphilosophie. Darüber, liebe BÜBs Plus, könnt ihr jetzt philosophieren.

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