Aller guten Dinge sind drei – oder auch nicht

Nicht mit rechten Dingen geht es im Allgäu zu. Dort verstößt ein Großbetrieb mit 1800 Milchkühen seit Jahren gegen das Tierschutzgesetz. Das Leiden der Nummer 38540 ist ein umfassender Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 09. 07. 2019. Report Mainz hat in der ARD die erschreckenden Bilder, aufgenommen von der Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz, gezeigt. Auch die Schwäbische Zeitung berichtet inzwischen über diesen gräulichen Vorfall. Kein Einzelfall, wie man weiß. Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz „sieht die Vorfälle auf dem Hof als einen erschütternden Beleg dafür, dass nach Hühnern und Schweinen die Massentierhaltung nun auch in der Milchindustrie angekommen sei. Die daraus entstehende Tierquälerei nehmen sowohl die Milchbranche hin als auch die Bevölkerung mit ihrer großen Nachfrage nach Milchprodukten“ (Süddeutsche Zeitung, 09. 07. 2019). Und die staatliche Aufsicht in Form der Veterinärämter, muss man ergänzen. Denn in Baden-Württemberg müssten Nutztierbetriebe nur etwa alle 19 Jahre mit einer staatlichen Tierkontrolle rechnen, in Bayern nur alle 48 Jahre, so die Schwäbische Zeitung vom 11. 07. 2019. Aber hier gibt es doch gesetzliche Grundlagen! Wir haben doch ein Tierschutzgesetz! „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“ (Tierschutzgesetz § 1). Kein Kommentar.

In Hahnennest soll der Mega-Stall für 1000 Kühe in zwei Jahren fertig sein. Der Spatenstich ist Ende des Monats Juni publikumswirksam in Szene gesetzt worden. Zwei Jahre soll es dauern, bis der Wellnesskuhstall mit Melkkarussell fertiggestellt ist. Ein tolles Ding.
Und weil den Ostracher Gemeinderäten samt Bürgermeister das doch nicht ganz geheuer vorkommt (auch wenn sie den Megamilchviehenergiepark vorbehaltlos unterstützen), haben sie am 01. 06. 2017 folgenden einstimmigen Gemeinderatsbeschluss gefasst: „Der Gemeinderat stimmt dem Antrag von GR Schmitt auf die regelmäßige Anforderung und Veröffentlichung der Daten der Trinkwasseranalyse einstimmig zu.“ Nun ist das in Ostrach mit regelmäßig so eine Sache. Regelmäßig heißt nach Ostracher Lesart nach Inbetriebnahme des Kuhstalls. Jetzt wäre aber eine regelmäßige Veröffentlich der Trinkwasseranalyse und der Nitratwerte im Rohwasser für die Bevölkerung nicht schlecht. Man wäre über die Qualität des Wassers informiert und hätte den Beweis, dass es auch in Ostrach mit rechten Dingen zugeht, dass die „Hahnennester Aussage“, dass nach Inbetriebnahme des Stalls der Nitratwert im Rohwasser nicht steige, stimmt. Die Untersuchung auf Nitrat ist auf Ostrachs Homepage mit Datum vom Dezember 2018 eingestellt; die Trinkwasseranalysedaten der Versorgungsbereiche mit Datum vom 07. 03. 2019. Ostrachs Verwaltung und die Veröffentlichungen im Internet! Alle paar Tage teile seine Mitarbeiterin Informationen über Gemeinderatssitzungen und Veranstaltungen im Netz mit, sagt Ostrachs Bürgermeister der Schwäbischen Zeitung am 12. 06. 2019. Das sei auch ein Thema für die Gemeinde, betont Schulz. Der Veranstaltungskalender ist natürlich wichtiger als das Trinkwasser, klar.
Bei der Diskussion, ob Einweg- oder Mehrwegflaschen für die Umwelt besser seien, kommen die Experten zu einem eindeutigen Urteil: Das Beste wäre, die Menschen würden Leitungswasser trinken, gesprudelt oder nicht. „Die Trinkwasserqualität in Deutschland gibt das her“, so ein Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 5. Juli 2019. In Deutschland schon. In Ostrach auch?

Das letzte Ding: Am 15. Juli findet in Ostrach eine Gemeinderatssitzung statt. TOP 7. Beratung des Haushaltsplanes und der Wirtschaftspläne 2019. Unterlage u. a. : Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen 2019 bis 2022, Stand 08. 07. 2019. Für jeden auf der Homepage der Gemeinde unter Informationen aus dem Gemeinderat einsehbar. Für die Erschließung (im Original Erschleßung) des Gewerbegebietes Königsegg II sind dafür für die Jahre 2020 und 2021 insgesamt 2.011.000 Euro eingeplant. Es ist vollkommen unklar, auf Grundlage welchen Gemeinderatsbeschlusses diese gigantischen Summen für die nächsten Jahre eingeplant sind. Es gibt weder einen Beschluss über die Änderung des Flächennutzungsplanes und schon gar keinen Beschluss über die Erstellung eines Bebauungsplanes. Wenn das mal kein krummes Ding ist!

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