Wert berichtet zu werden

… was man in einem Immobilienportal alles über Ostrach erfahren kann. So kann man z. B. über Ostrach und das Gebiet um Ostrach Folgendes mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen:
„Ostrach hat eine gute Infrastruktur. Neben dem Kindergarten und der Gesamtschule im Ort sind außerdem Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sowie sämtliche Discounter vorhanden.
Das Gebiet um Ostrach ist überwiegend naturgeschützt und bietet deshalb vielen seltenen Tierarten ein Zuhause. Für Natur- und Tierliebhaber ein wahres Paradies. Die rings um Ostrach vorhandenen Wander- und Radwege, sowie das Pfrunger-Burgweiler Ried laden zum Verweilen in der herrlichen Natur ein.“

Aldi, KiK, Lidl, Netto, NKD, Takko und natürlich Norma und Penny, sämtliche Discounter sind in Ostrach vorhanden. Diese umfassenden Einkaufsmöglichkeiten werden in Ostrach ergänzt durch ein hervorragendes Bildungsangebot. Gibt es doch in Ostrach neben Mannheim und Freiburg eine der wenigen Gesamtschulen in Baden-Württemberg, die den reibungslosen Zugang zur Universität ermöglichen. Die gut ausgebaute Infrastruktur Ostrachs kann man vor allem am Verkehrsnetz erkennen. Der regelmäßige Holztransport auf der Schiene und die ganzjährige Personenbeförderung verbinden Ostrach mit den Metropolen dieser Welt. Ergänzt durch E-Mobilität und ein dichtes Nahverkehrssystem (Bürgerbus) wird Ostrach einer globalisierten Welt in jeder Hinsicht gerecht.

Naturliebhaber, wie jeder Ostracher weiß, kommen in dem Gebiet um Ostrach auf ihre Kosten. Die naturgeschützte Landschaft bietet mehreren Tausend Kühen, Schweinen und Hühnern ein artgerechtes Zuhause. Beeindruckend ist die Pflanzenvielfalt in Ostrachs Landschaft. Mais und inzwischen auch die Donau-Silphie lassen das Herz jedes Pflanzenliebhabers höher schlagen. Unkraut in Form von Orchideen wird von Ostrachs Agrarexperten erfolgreich bekämpft. In dieser Idylle muss man sich einfach eine Immobilie kaufen, auch wenn sie 449000 € kostet. Sie ist es auf jeden Fall wert.

In Anlehnung an eine kleistsche Anekdote (Franzosen-Billigkeit, wert in Erz gegraben zu werden) wurde die Überschrift gewählt. Was hier recht und billig ist, mag der Kenner Ostrachs und seiner Umgebung unvoreingenommen entscheiden. Dass die Werbung in einem Immobilienportal nicht wert ist, in Erz gegraben zu werden, versteht sich.
Wie es um die tausend Kühe bestellt ist, kann man u. a. in dem Blog SatireSenf nachlesen. Satire? „Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird …“ Soweit Tucholskys Definition. Die Autorin des Blogs braucht die Wahrheit nicht mehr aufzublasen. Sie ist überdeutlich.

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