Hellseher auf dem Rathaus in Ostrach

hellseherPräkognition (lateinisch: vor der Erkenntnis) ist die wissenschaftlich nicht nachgewiesene Fähigkeit, ein zukünftiges Ereignis oder einen Sachverhalt wahrzunehmen oder vorherzusagen. Zum Zeitpunkt der Voraussicht steht für das Erkennen kein rationales Wissen zur Verfügung − die Kausalität ist aufgehoben, weil die Präkognition zeitlich vor dem Ereignis liegt“, so Wikipedia, die freie Enzyklopädie, über außersinnliche Wahrnehmungen. Landläufig spricht man hier von Hellseherei. Unsere norddeutschen Landsleute haben dafür den Ausdruck „Spökenkieker“. Der Spökenkieker mit seiner Fähigkeit der Präkognition hat auch seinen Arbeitsplatz im Ostracher Rathaus, muss man annehmen, wenn man die Vorlage zur Gemeinderatssitzung, die am 17. 10. 2016 in Ostrach stattfinden wird, auf der Homepage der Gemeinde aufruft. Hier geht es beim Tagesordnungspunkt 1 um die „Erhebung von Erschließungsbeiträgen nach dem Kommunalabgabengesetz für die Ostracher Straße“. Die Vorlage zu diesem „TOP 1“ befindet sich wenigstens seit dem 10. 10. 2016 ebenfalls auf der Homepage der Gemeinde.

Vorlage zu TOP 2 (?) der Gemeinderatssitzung vom 17. Oktober 2016

Und jetzt, o Wunder, beginnt die Spökenkiekerei, denn die Vorlage zu TOP 1 ist keine Vorlage, sondern ein im Präsens abgefasstes Protokoll einer Sitzung, die erst stattfinden wird. Der Antragsteller „führt aus“, der Antragsteller „führt weiter aus“, er führt am 10. 10. das schon aus, was er eigentlich erst am 17. 10. ausführen wird. Aber damit nicht genug. Am 10. 10. 2016 steht das Ergebnis der Abstimmung des Gemeinderats vom 17. 10. 2016 schon fest, und zwar wird drei Mal protokollarisch Folgendes festgehalten:

Abschließend werden folgende einstimmige Beschlüsse gefasst.
Es wird folgender einstimmiger Beschluss gefasst.
Es wird folgender einstimmiger Beschluss gefasst.

Dass in der Vorlage zu einem Tagesordnungspunkt eine Woche vorher schon das Ergebnis feststeht, befremdet, dass die Abstimmung einstimmig ausfallen wird, oder sollte man jetzt besser schreiben einstimmig ausgefallen sein wird, ist eine Dreistigkeit. Oder doch Hellseherei?

Vielleicht kennt aber auch der Antragsteller die Ostracher Gemeinderäte so gut, dass er sich am 10. 10. 2016 nichts anderes vorstellen kann als ein einstimmiges Ergebnis am 17. 10. 2016.

Bleibt aber ein großes Fragezeichen hinter des Antragstellers protokollarischer Vorlage: „Vorlage zu TOP 2 der Gemeinderatssitzung vom 17. Oktober 2016“, so die Überschrift. TOP 2 am 17. 10. 2016 in der öffentlichen Gemeinderatssitzung heißt: Baugesuche.

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