Rechtschreibung, Kretschmann und Sisyphos

„Kretschmann hält Rechtschreibung für nicht so wichtig“, schreibt die Schwäbische Zeitung vom 25. 01. 2020 auf Seite 1 und auf Seite 2 geht es munter weiter mit nähmlich und dämlich. „Es gebe ja kluge Geräte, die Grammatik und Fehler korrigierten. Er glaube nicht, dass Rechtschreibung jetzt zu den großen, gravierenden Problemen der Bildungspolitik gehört“, wird der ehemalige Biologie- und Chemielehrer zitiert. Dass der Ministerpräsident auch Ethik unterrichtet hat, scheint der Zeitung entgangen zu sein. Aber Rechtschreibung ist ja auch kein ethisches Problem, eher ein biochemisches. Die Behauptung, dass Rechtschreibung nicht so wichtig sei, ist natürlich für die Kultusministerin des Landes ein gefundenes Fressen. „Rechtschreibung sei ein bedeutendes Kulturgut und eine Schlüsselqualifikation wie Lesen und Rechnen“, zitiert die Schwäbische die Kultusministerin und Spitzenkandidatin der CDU für das Amt des Ministerpräsidenten. Wir müssten in unserer Gesellschaft wieder eine bewusstere Haltung gegenüber der Rechtschreibung aufbauen.
Dass Rechtschreibung ein bedeutendes Kulturgut ist, wissen wir doch schon seit Erich Kästners Jugendbuch Das fliegende Klassenzimmer. Wir erinnern uns an das bedeutende Diktat: „Der Staat Liechtenstein liefert in rhythmischen Abständen Grieß, Mayonnaise, Meerrettich, Schlämmkreide und Pappplatten sowie Medikamente gegen Halskatarrh und Hämorrhoiden nummeriert und in Stanniol verpackt an Libyen und Hawaii.“

Ja, Rechtschreibung war schon immer ein Dauerbrenner, die wenigsten beherrschen sie perfekt, und wahrscheinlich ist der Duden Band 1 eines der weniger geliebten, aber trotzdem notwendigen Bücher, werden wir doch über den Unterschied zwischen Katheder und Katheter darin aufgeklärt. Nun ist der Ministerpräsident kein Kathedersozialist, sondern ein Grüner, aber in Rechtschreibung firm, auch korrigiere er selbst seine Beamten, können wir der Schwäbischen entnehmen. Wenn man das mal nicht eine Déformation professionnelle nennt. Lehrer eben! Zu seiner Ehrenrettung sei aber gesagt, er hat nicht behauptet, Rechtschreibung sei unwichtig, sondern lediglich sie gehöre nicht zu den gravierenden Problemen der Bildungspolitik. Zu den Problemen schon, aber nicht zu den gravierenden.
Wie allerdings eine bewusstere Haltung gegenüber der Rechtschreibung aussehen soll, wie Frau Eisenmann es fordert, und vor allem, wie man diese Haltung aufbaut, das bleibt wohl ihr Geheimnis. Aber wir bewahren Haltung, und wie Sisyphos wälzen wir den Felsblock der Rechtschreibung unverdrossen den Berg hinauf. Was sagt doch Albert Camus gleich nochmal über Sisyphos? „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ Na also!

Und wer jetzt noch Lust hat, der kann das Kosog’sche Diktat, das hier in alter Rechtschreibung, nämlich in der Fassung von 1977, wiedergegeben ist, nach den Grundlagen der aktuellen amtlichen Rechtschreibung korrigieren. Der Duden hilft dabei. Selbstverständlich bleibt es Müttern und Vätern unbenommen, die dann aktualisierte Fassung dieses Kulturguts ihren Sprösslingen zu diktieren, damit diese eine bewusstere Haltung gegenüber der Rechtschreibung aufbauen können.

Aus dem Testamente einer Mutter:

Liebe Kinder,
heute nacht nahm ich mir vor, Euch diesen Morgen einige Lehren fürs Leben des nähern niederzuschreiben. Leset sie oftmals durch, so werdet Ihr Euch bei Gelegenheit des Näheren entsinnen und danach handeln. Zwar kann ich Euch nur etwas weniges hinterlassen, aber Euch etwas Gediegenes lernen zu lassen, dazu habe ich mein Bestes, ja mein möglichstes getan. Ihr seid alle gut im Stande, so daß Ihr imstande seid, Euch redlich durchzuschlagen. Sollte jedoch einer von Euch in Nöten sein, so ist es durchaus vonnöten, daß Ihr Euch gegenseitig helft. Seid stets willens, Euch untereinander zu Willen zu sein. Irrt einer von Euch, so sollen die übrigen ihn eines anderen, und zwar eines Besseren zu belehren versuchen. Achtet jedermann, Vornehme und Geringe, arm und reich. Seid keinem feind; denn jemandes Feind sein, bringt oft Unheil. Tut niemand ein Leid an, so wird man Euch nicht leicht etwas zuleide tun. Euer seliger Vater sagte oft zu seinen Schülern: „Tut nie Böses, so widerfährt Euch nichts Böses.” Macht Euch eine abrahamsche Friedfertigkeit zu eigen, indem Ihr im Streit nach dem Abrahamschen Wort handelt: „Gehst Du zur Rechten, so gehe ich zur Linken”. Wer von Euch der klügste sein will, der handle nach dem Sprichwort: „Der Klügste gibt nach.” Tut nie unrecht, seid Ihr aber im Recht, so habt Ihr recht, ja das größte Recht, wenn Ihr Euer Recht sucht, und Ihr werdet dann im allgemeinen auch recht behalten. Laßt nichts außer acht, ja außer aller Acht, wenn Ihr Freundschaft schließt. Wählt nicht den ersten besten als Freund und sorgt, daß Ihr unter Euern Mitarbeitern nie die letzten seid. Wollt Ihr Wichtiges zuwege bringen, so müßt Ihr ernstlich zu Werke gehen. Sucht auf dem laufenden zu bleiben und zieht nie eine ernste Sache ins Lächerliche; denn etwas Lächerliches gibt es nicht. Verachtet nie das Leichte, dann wird es Euch schließlich ein leichtes, auch das Schwierigste zu überwinden. Es ist aber das schwierigste, daß man sich selbst bezwingt. Seid Ihr in einer Angelegenheit im dunkeln, so übt Vorsicht, denn im Dunkeln stößt man leicht an. Seid auch im Geringsten nicht im geringsten untreu. Zum letzten rate ich Euch folgendes: Befolgt das Vorstehende, so braucht Euch nicht angst zu sein; ohne Angst könnt Ihr dann zu guter Letzt auf das beste standhalten, auf das Beste hoffen und zeit Eures Lebens dem Schicksal Trotz bieten.

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Hellseher gibt es nicht nur in Überlingen

Da regen sie sich doch tatsächlich in der Großen Kreisstadt Überlingen auf, weil am 17. 12. 2019 unter Amtlichen Bekanntmachungen im Amtsblatt steht, dass der Gemeinderat am 18. 12. 2019 in öffentlicher Sitzung die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen habe, alles nach 13 b, weil es ja schnell gehen musste vor Jahresende. Weitblick, Fernblick und Hellseherei unterstellen die Bürger für Überlingen (BÜB +) dem Baubürgermeister. Da staunt der Mann vom Lande, also der Ostracher, nicht schlecht, dass man sich darüber aufregen kann. Ist doch die Präkognition die Fähigkeit, ein zukünftiges Ereignis oder einen Sachverhalt vorherzusagen. Unsere norddeutschen Landsleute haben dafür den Ausdruck „Spökenkieker“.

Dass in Ostrach z. B. der „Spökenkieker“ seit längerer Zeit sein Wesen in Ostrachs Verwaltung treibt, ist in diesem Blog schon seit 17. Oktober 2016 nachgewiesen. Denn das Ergebnis der Abstimmung über einen Gemeinderatsbeschluss wird bereits acht Tage vorher mitgeteilt: „Es wird folgender einstimmiger Beschluss gefasst“. Und das gleich bei drei Vorlagen. Einstimmig! Das ist Weitblick! Zugegeben, der Antrag wurde später abgeändert, nachdem dem von der Verwaltung beauftragten Leser dieses Blogs diese Form der Hellseherei doch etwas zu hellseherisch erschien.
Hellseherisch geht es in Ostrach auch dann zu, wenn im Haushalt 2019 für die Erschließung eines Gewerbegebietes, das es noch gar nicht gibt, für die Jahre 2020 und 2021 zwei Millionen Euro verplant werden. Derselbe Spökenkieker weiß auch, dass der vom Gemeinderat beschlossene Zuschuss von 250000 € für einen Kunstrasenplatz nie ausreichen wird und erhöht deshalb weitblickend den Zuschuss im Vermögenshaushalt 2017 (Jahresrechnung 2017) einfach um 150000 Euro auf 400000 Euro. Was Ostrachs Gemeinderäte mangels Draufblick nicht bemerkten und deshalb dem Verfahren einstimmig zustimmten.

Tja, liebe Überlinger BÜB, da können die Räte aus der Großen Kreisstadt aber noch etwas lernen. Hier auf dem Dorf herrschen Weitblick, Fernblick und Durchblick. Deshalb ist es auch gar nicht nachvollziehbar, dass sich nebst den Bürgern für Überlingen zwei Bloggerinnen auf AGORA LA und SatireSenf ebenfalls über diese Kleinigkeiten im tagespolitischen Geschäft aufregen und sogar Presseanfragen an das Regierungspräsidium stellen. Obwohl – die Antwort des Regierungspräsidiums Tübingen ist schon höchst interessant. Es handle sich zwar rechtlich um einen Fehler, aber die Veröffentlichung (im Überlinger Amtsblatt) habe auf die Wirksamkeit der gefassten Beschlüsse keinen Einfluss, schreibt das Regierungspräsidium.
Was lernen wir daraus? Es kann zwar rechtlich etwas falsch sein, die Wirksamkeit des Falschen aber richtig. Zweifelsohne eine neue Dimension der Rechtsphilosophie. Darüber, liebe BÜBs Plus, könnt ihr jetzt philosophieren.

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Neujahrsträume in und um Ostrach

Sie kommen im Lied vor, z. B. bei Schubert: „Ich träumte von bunten Blumen, so wie sie wohl blühen im Mai.“ Oder in der Lyrik bei Heine; es wird dabei geweinet und gesehen, manchmal sind sie auch schlimm und arg, die Träume. Man hat so seine Träume, großartige wie z. B. jener Traum vor dem Lincoln Memorial in Washington im August 1963: „I have a dream.“ Unbedeutende und vergleichsweise belanglose dagegen im kleinen Ostrach, Träume wie es anders gehen könnte. Träume wie diese zum Beispiel:

Ich träume, dass die Entscheidungen der Gemeinderäte in Ostrach durch das öffentliche Wohl bestimmt werden und nicht durch die Partikularinteressen einer Agrarlobby oder eines Handels- und Gewerbevereins.
Ich träume, dass Ostrachs Gemeinderat als Vertreter aller Bürger die Verwaltung kontrolliert und dafür sorgt, dass Missstände behoben werden und die Gemeindeordnung befolgt wird.
Ich stelle mir vor, dass bei Abstimmungen im Gemeinderat ein verantwortungsethisches Handeln das leitende Prinzip ist und nicht eine technokratische Argumentation.
Ja, ich verfüge sogar über die Naivität, davon zu träumen, dass die Fraktionen in Ostrachs Gemeinderat von ihrem Recht Gebrauch machen, ihre Entscheidungen und Anträge im Amtsblatt zu erläutern und zu begründen; dass Ostrachs Parteien eine funktionierende Homepage betreiben, auf der sie die Bürger in der Gemeinde über ihre Politik informieren.
Ich träume davon, dass Gemeinderäte nicht nur von einer bürgernahen Politik schwadronieren, sondern dafür sorgen, dass diese umgesetzt wird; dass man sich nicht nur in Wahlkampfzeiten für einen nachhaltigen Flächenverbrauch stark macht, um anschließend der Versieglung von 27 Hektar Fläche zuzustimmen.
Ich träume davon, dass der Gemeinderat zu seinem Wort steht, das er den Bürgern gegeben hat.

Ich stelle mir vor, dass Ostrachs Gemeinderäte die Dinge beim Namen nennen und nicht beschönigend umschreiben, so dass „Wohnen am See“ Wohnen zwischen Kiesgruben, „Seeblick“ Kieswerkblick und „Waldblick“ Wohnen an der Umgehungsstraße genannt wird.
Ich stelle mir vor, dass eine Gemeindeverwaltung Daten über die Trinkwasserqualität ins Netz stellt und im Amtsblatt veröffentlicht und nicht unablässig dazu aufgefordert werden muss.
Ich träume davon, dass die 36 nicht gewählten Kandidaten und Kandidatinnen für die Gemeinderatswahl es nicht dabei bewenden lassen, ihr Konterfei zur Verfügung gestellt zu haben, sondern dass sie durch Leserbriefe, durch sog. soziale Medien, durch das Schreiben eines Blogs, durch eine Internetseite ihre Meinung, ihre Kritik, ihre Vorschläge verbreiten; sie und andere. Dann wäre dieser Blog fast überflüssig.

Tagträume nennt das Ernst Bloch in seinem Prinzip Hoffnung: „Anders als der nächtliche Traum zeichnet der des Tages frei wählbare und wiederholbare Gestalten in die Luft, er kann schwärmen und faseln, aber auch sinnen und planen. Er hängt auf müßige Weise … Gedanken nach, politischen, künstlerischen, wissenschaftlichen.“

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Presse und Sprache – Dem Volk auf das Maul sehen X

Silvesterausgabe

„Eine Epiphanie ist im allgemeinen Sprachgebrauch die unerwartete Erscheinung einer Gottheit, eine Offenbarung also, bzw. im weiteren Sinne ein (Erweckungs-) Moment von besonderer Tragweite“, kann man im Internet lesen. Im Meßkircher Martin-Heidegger-Gymnasium ist zwar nicht „die unerwartete Erscheinung einer Gottheit“ erfolgt, sondern es soll  lediglich ein neuer Schulleiter angekommen sein, teilt die Schwäbische mit, und zwar offiziell. Der übernimmt aber nicht die Leitung des Gymnasiums. Die Leitung wird von jemand anderem übernommen: „Ein bekanntes Gesicht übernimmt die Leitung“ (Schwäbische Zeitung, 26. 09. 2019). Im Geniewinkel kann auch ein Gesicht die Leitung übernehmen, kein Problem.
Auch in Magenbuch-Lausheim bleibt ein bekanntes Gesicht Ortsvorsteher, obwohl das Gesicht eigentlich das Amt abgeben wollte. Aber „keiner im Ortschaftsratsgremium sei bereit gewesen oder habe sich herauskristallisiert, das Amt zu übernehmen…“ (Schwäbische Zeitung, 26. 09. 2019). Herauskristallisiert? Oje. „Damit sich ein Kristall bilden kann, muss der auszukristallisierende Stoff zunächst in Übersättigung gebracht werden“, schreibt Wikipedia. Übersättigung? Ja wenn halt Dämpfe abgekühlt werden. Bei Übersättigung der Luft mit Wasserdampf z. B. tritt Nebel- und Niederschlagsbildung auf. Klar. Und deshalb gibt es keinen neuen Ortsvorsteher. Die Magenbucher lassen einfach den Ortsvorsteher im Regen stehen. Auch nicht die feine Art.

Für Regen in unserer Region zuständig ist Roland Roth mit seiner Wetterwarte, zumindest für die Vorhersage. Und das macht er z.B. so: „Das Wetter arbeitet weiterhin mit Tiefdruck am Abbau des Niederschlagsdefizits des Vorjahres“ (Wetterwarte sued, 04. 11. 2019). Der Mann hat halt Humor und Sprachwitz. Wahrscheinlich arbeitet er schon längst mit Hochdruck an seinem Loipenspurgerät, damit er mit Karacho über die Atzenberger Loipen düsen kann.

Weniger physikalisch, dafür umso philosophischer geht es bei Ostrachs Bürgerbus zu: „Eins wird sich an der Bürgerbus-Philosophie nicht ändern: Wir sind kein Taxi…“ (Schwäbische Zeitung, 21. 08. 2019). Wenn Philosophie die wissenschaftliche Behandlung der allgemeinen Fragen von Welterkenntnis ist, so wissen wir jetzt a) dass es eine Philosophie des Bürgerbusses gibt; b) dass ein Bürgerbus kein Taxi ist und c) dass dies deshalb so ist, weil ein Zug kein Schiff ist, auch wenn Menschen damit befördert werden können.

Bleiben noch drei bedeutende politische Ereignisse:

Das erste ist der Auftritt von Frau Kultusministerin Eisenmann, die offensichtlich Konditionsprobleme hatte: „Sie bekam kaum Zeit, um Luft zu holen, sondern ging gleich in medias res und ans Rednerpult. Zu Beginn ihrer dreiviertelstündigen, größtenteils freien Rede ohne Punkte und selten mit Kommata…“ (Schwäbische Zeitung,30.09.2019). Nun kann man von einer Kultusministerin schon erwarten, dass sie mit der Interpunktion im Deutschen keine Probleme hat. Man kann allerdings nicht erwarten, dass die Ministerin auch noch im Verlauf ihrer Rede Punkt und Komma vorträgt. Obwohl, einige Kommas muss sie ja wohl gesagt haben, wenn auch selten.

Das zweite bedeutende politische Ereignis ist der SPD-Parteitag. Dort wurde zwei Tage nach Nikolaus ist GroKo aus Folgendes beschlossen: „Wir wollen die Schuldenbremse in der jetzigen Form perspektivisch überdenken.“ Perspektivisch überdenken? Dudens Deutsches Universalwörterbuch, topaktuell 2019 mit geschätzten 140 000 Sichwörtern der Alltagssprache, gibt präzise Auskunft: perspektivisch (Adj.) 1. (bildungsspr.) die Perspektive betreffend. Also: Die Perspektive betreffend wollen wir die Schuldenbremse überdenken. Zweite Möglichkeit laut Duden: die Betrachtungsweise betreffend. Also: Wir wollen die Schuldenbremse entsprechend der Betrachtungsweise (also mal so, mal so) überdenken. Dritte Möglichkeit nach Duden: [nach russ. perspektivny] auf die Zukunft gerichtet. Also: Wir wollen die Schuldenbremse auf die Zukunft gerichtet überdenken.
Wann wir schreiten Seit‘ an Seit’/ Und die alten Lieder singen, / Und die Wälder wiederklingen, / Fühlen wir, es muss gelingen. Auf die Zukunft gerichtet, also perspektivisch, sollte die SPD lieber singen. Ihr Liedgut braucht sie dabei nicht zu überdenken, auch nicht perspektivisch.

Das dritte bedeutende politische Ereignis ist eine Gemeinderatssitzung in Ostrach. Da ging es um Ostrachs Gemeindewald, wo die Wälder bald nicht mehr wiederklingen. Denn schlimm ist es um ihn bestellt und deshalb tragen Ostrachs Gemeinderäte große Verantwortung. „Der Gemeinderat müsse sich bei seiner Forstplanung in den nächsten Jahren daher Gedanken über die Baumarten machen“ (Schwäbische Zeitung, 27. 11. 2019). Hier handelt es sich um keine Zeitungsente. Ostrachs Gemeinderäte sollen sich Gedanken über die zukünftig zu pflanzenden Baumarten machen? Da fällt einem nur noch Eichendorffs Gedicht Der Jäger Abschied ein:

Tannenbäumchen

Lebe wohl,
Lebe wohl, du schöner Wald!

[…]

Lebe wohl,
Schirm dich Gott, du schöner Wald!

 

 

 

Ein gutes neues Jahr!

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Flächenversieglung in der Gemeinde Ostrach oder aus Drei mach Eins

Und mit Geistesstärke
Tu‘ ich Wunder auch.

 

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Eigentlich bedarf diese Tabelle keines weiteren Kommentars. Sie spricht für sich. Der Ordnung halber und zur Veranschaulichung seien einige Überlegung angeführt.
Die Standardgröße eines Fußballfeldes beträgt 0,714 ha. Die Summe der Bauflächen entspricht somit 38 Fußballfeldern. Die Summe der Gewerbeflächen entspricht 28 Fußballfeldern. Eine Fläche im Umfang von 66 Fußballfeldern haben Ostrachs Gemeinderäte somit in letzter Zeit zur Versieglung freigegeben. In diesem Sinne ein dreifaches Hip Hip, Hurra! Der Kiesabbau umfasst 274 Fußballfelder. Aber die werden ja wieder renaturiert. Vielleicht. In den nächsten vierzig Jahren. Aber das ist ja alles kein Problem. Flächen wachsen ja nach wie Äpfel auf den Bäumen.

Geht es um die Abstimmung über Bebauungspläne in Ostrachs Gemeinderat, so finden wir in den Sitzungsvorlagen die folgende Standardformulierung beim Aufstellungsbeschluss nach § 2(1) BauGB: Durch die Umnutzung weiterer aktuell landwirtschaftlich genutzter Flächen kann die Bereitstellung zusätzlichen Wohnbaulandes … ermöglicht werden.
Zur Erinnerung: Die gleichen Gemeinderäte und Ortsvorsteher, Ostrachs Agrarlobby, die in ihren Stellungnahmen zum Regionalplan sich unisono beklagten, dass ihnen hochwertiges Ackerland durch eine mögliche Naturschutz- und Landschaftspflege nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung stehe, dass sie sogar „kalt enteignet“ würden, haben jetzt kein Problem, ihr hochwertiges Ackerland als Wohnbauland zur Verfügung zu stellen. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt!

§ 13b BauGB heißt die Zauberformel, nach der Ostrachs Gemeinderat von 2017 bis 2019 insgesamt 15 Bauflächen im beschleunigten Verfahren durchgepeitscht hat. Der Grund? U. a. die steigende Nachfrage nach Bauplätzen. Alle wollen sie nach Ostrach; vom Bodensee, von Ravensburg, von Stuttgart und von Reykjavik. Nur komisch, dass andere Gemeinden genauso argumentieren. „Auch dürfen pro Gebiet nicht mehr als 10 000 Quadratmeter Wohnfläche bebaut werden. Dafür sind die umweltrechtlichen Vorgaben geringer, etwa müssen keine Ersatz- und Kompensationsflächen geschaffen werden“, schreibt die Schwäbische vom 11. 12. 2019. Der Landesnaturschutzverband fasst das etwas genauer zusammen: „Es gilt nicht die Verpflichtung zum Ausgleich von Eingriffen in den Naturhaushalt. Es muss keine formale Umweltprüfung erfolgen und kein Umweltbericht erstellt werden. Der Plan muss nicht aus dem Flächennutzungsplan entwickelt werden.“

10 000 Quadratmeter Wohnfläche? Grundfläche bitte sehr! 1 Hektar? Waldbeuren „Kirchgasse“ und Ostrach „Buchbühl“ und „Waldblick“ sind doch je 3 ha. Und jetzt kommt die Zauberformel oder Aus Drei mach Eins, das ist das Hexen-Einmaleins. GRZ heißt die Zauberformel, Grundflächenzahl nach § 17 Baunutzungsverordnung. Und das geht z. B. so: 3 ha „Waldblick“ x 0,4 Grundflächenzahl bei reinen Wohngebieten = 1,2 ha Grundfläche. Und da Straßen und Wege nicht berücksichtigt werden, kriegen wir die 0,2 ha auch noch weg und die Rechnung stimmt allemal. Aus Drei mach Eins, das ist das Hexen-Einmaleins. Und jetzt funktioniert das beschleunigte Verfahren nach § 13b BauGB. Und ab geht die Post. Am 31. Dezember 2019 läuft das Verfahren aus; deshalb verabschieden doch Ostrachs Gemeinderäte am 18. Dezember noch ganz schnell 5 Bebauungspläne im Umfang von 8 ha. An der Tatsache, dass jeweils ein Flächenverbrauch von 3 Hektar, wie in unserem Beispiel, zu Buche schlägt, ändert das allerdings nichts. In Ostrach also insgesamt 27,14 ha oder 38 Fußballfelder, da hilft kein Hokuspokus.
In Rottweil-Bühlingen wirft eine junge Stadtplanungsstudentin in diesem Zusammenhang dem Gemeinderat Verantwortungslosigkeit vor, berichtet Karin Burger in ihrem Blog SatireSenf. Zu Recht kritisiert die junge Frau in einem Leserbrief in der Neuen Rottweiler Zeitung den Flächenverbrauch. Werden doch jeden Tag 66 Hektar Fläche in Deutschland verbraucht. 33 739 Fußballfelder hätten auf der jährlich verbrauchten Fläche Platz. Heftige Kritik an dem beschleunigten Verfahren übt ebenfalls der Landesnaturschutzverband in seiner LNV-Info 2/2019, auf die SatireSenf ausdrücklich hinweist.

Das kursive Eingangszitat stammt übrigens aus Goethes „Zauberlehrling“. Die Geschichte ist bekannt. Der übermütige Lehrling wird der Situation nicht Herr: „Die ich rief, die Geister, / Werd‘ ich nun nicht los.“ Der alte Meister muss das Problem lösen. Er macht dem Spuk ein Ende. Ob es den Meister in Ostrach wohl auch gibt?

Diesmal etwas früher als sonst:
Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die vierte Kerze brennt.

Und natürlich frohe Weihnachten! Zum Jahresabschluss wird dem Volk bzw. der Presse noch einmal richtig auf das Maul gesehen.


Nachtrag

Über ein Lehrstück in Sachen Demokratie berichtet im Zusammenhang mit § 13b BauGB Elke Krieg in ihrem Blog AGORA LA.  „Nicht festhalten, aussteigen aus dem beschleunigten Verfahren“ heißt die Überschrift. Festhalten muss man sich allerdings, wenn man die Nachricht über die Verfahrensweise in Überlingen liest. Auch gibt es am See in Überlingen noch zusätzlich die Gefahr  eines Schleudertraumas Darüber berichtet MP Elke Krieg in ihrem Blog  AGORA LA  ebenfalls ausführlich.

 

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Presse und Sprache – Dem Volk auf das Maul sehen IX

Geplant war für den zweiten Advent eigentlich eine vorweihnachtliche Betrachtung über Stille, Schmerz und Vulkanismus. Jetzt kommt sie halt zum dritten Advent.

Eigentlich ist die Adventszeit eine Zeit der Erinnerung, der Erwartung, der Stille. Aber nicht nur die Adventszeit ist eine Zeit der Stille, auch der heiße August kann es sein. „Es ist so still; die Heide liegt/ Im warmen Mittagssonnenstrahle“, dichtet Theodor Storm. Am stillsten aber ist es nicht im Advent, nicht auf der Heide im August, sondern im Donautal. „Es war ein charismatischer Moment, in dem sich die benediktinische Stille und die Stille des Donautals vereinten“ (Schwäbische Zeitung, 16. 08. 2019). Eine benediktinische Stille eben, nach dem Gottesdienst. Steht doch in der Regel des hl. Benedikt: „Nach dem Gottesdienst gehen alle in größter Stille hinaus und bezeugen Ehrfurcht vor Gott“ (Regel 52). Vereint mit der Stille des Donautals entsteht jetzt ein charismatischer Moment. Was für ein charismatischer Moment würde erst entstehen, wenn im Kloster Beuron nicht Benediktiner, sondern Trappisten wären. Nicht vorstellbar, diese Stille.


Da ging es in Laubbach im August schon lauter zu, als am Cembalo barocke Klänge in der Kapelle erklangen. „…mal silberhell, mal dynamisch, mal fordernd, mal melancholisch, je nach Tonart. Ein raffiniertes metallisches Perlen der Klänge“; dabei klang das schöne Musikinstrument „zart und introvertiert …“ (Schwäbische Zeitung, 20. 08. 2019). So ein Cembalo ist halt ein nach innen gekehrtes, verschlossenes Wesen, etwas zurückhaltend und leicht melancholisch.
Vollkommen anders dagegen im Alten Kloster in Bad Saulgau im November; zwar immer noch leise, dabei aber furchtbar schmerzvoll: „Romantische Werke enden schmerzvoll und leise … Dazwischen war eine schmerzvolle durchgetragene Melodie zu hören, die aber langsam schmerzvoll und leise endete…Am Violoncello (wurde) ein schmerzvolles Thema vorgestellt…bis das Werk langsam und schmerzerfüllt endete…Im ‚Adagio ma non troppo‘ entwickelte sich eine schmerzhaft klingende Moll-Melodie…schmerzvoll und stets emotional präsentierte das Bennewitz-Quartett das Werk.“ (Schwäbische Zeitung, 06. 11. 2019). O Schmerz lass nach! Es muss hier aber mit Nachdruck betont werden, dass es sich bei den jungen Künstlern des Prager Bennewitz Quartetts nicht um Masochisten handelt!
Sollte es allerdings so etwas wie einen sprachlichen Masochismus geben, so konnte man den in Spiegel Online am 17. November zur Kenntnis nehmen: „Am 17. November begehen die Deutschen den Volkstrauertag. Doch wem wird dabei eigentlich gedacht? Der Volkstrauertag wurde in Deutschland ursprünglich eingeführt, um den Toten des Ersten Weltkriegs zu gedenken“ (Spiegel Online, 17. 11. 2019). O Schmerz lass nach!


Gar nicht masochistisch verlief eine Veranstaltung in der Buchbühlhalle, als die acht Mädels von Let’s fetz über die Bühne tobten. „Nach dem Vorbild eines Vulkans tobten sie in ihren feuerroten Kostümen virtuos über die Bühne, einer Naturgewalt gleich und doch gleichzeitig behände und leichtfüßig. Jeder echte Vulkan wäre angesichts ihrer ausgefeilten Kür von Neid erfüllt worden“ (Schwäbische Zeitung, 18. 11. 2019). Wäre natürlich zu fragen, wie ein Vulkan über die Bühne tobt und ob es der Ätna oder der Vesuv war, der hier vor Neid erblasste. Gott sei Dank haben die beiden aber keine Lava gespuckt.


Der November ist eben auch ein trauriger Monat. Wen wundert es da noch, dass in Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz ein Mann tragisch ums Leben kommt: „Deutsche Polizei erschiesst Mann mit Axt“, schreibt das Liechtensteiner Vaterland am 03. 11. 2019. Nun wissen wir zwar seit Wilhelm Tell, dass die Axt im Haus den Zimmermann erspart; dass man mit derselben aber auch einen Mann erschießen kann, das ist neu.

In diesem Sinne:
Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die dritte Kerze brennt.

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Wir sind Ostrach zum Letzten und ein Nachtrag zur zweiten Kerze

Wie man einen Türken baut oder ist Ostrach inzwischen ein Potemkinsches Dorf geworden

Geplant war für den zweiten Advent eigentlich eine vorweihnachtliche Betrachtung über Stille, Schmerz und Vulkanismus (?), und jetzt geht es plötzlich um Potemkinsche Dörfer. Sie erinnern sich. Der russische Fürst Potemkin hat der Zarin Katharina II. auf ihrer Krimreise als Fassaden aufgebaute Dörfer gezeigt, um Wohlstand vorzutäuschen, Trugbilder also. Liest man den Bericht der Schwäbischen über die Gemeinderatssitzung vom 2. Dezember: Projektgruppen setzten Ideen erfolgreich um, wird man nicht nur in ein Potemkinsches Dorf geführt, sondern man kann zur Kenntnis nehmen, wie das Moderatorenteam des Projekts Wir sind Ostrach einen richtigen Türken baut. Nein, dies ist keine ausländerfeindliche Äußerung. Einen Türken bauen oder etwas türken ist eine Redewendung, die den Sachverhalt treffend wiedergibt. Da die Türken nicht im Ruf stehen zu lügen oder zu betrügen, könnte diese Redewendung folgende Ursache haben: „Mit dem Vorwand, die Türkenkriege zu finanzieren, wurden im 15. bis 17. Jahrhundert manchmal Steuern eingezogen, die dann für andere Zwecke verwendet wurden“ (Gerhard Wagner, Das geht auf keine Kuhhaut. WBG 2011 S.74).
Und das liest sich dann so:

„Ziel des vollständig vom Land finanzierten Programms ist es, dass Bürger Projekte entwickeln und umsetzen, eine Integration im Ort leben. ‚Integration bezieht sich da nicht nur auf die Menschen, die vor kurzem in die Gemeinde gekommen sind, sondern auf die grundsätzliche Dynamik einer Gesellschaft‘, sagte Ewert. Ege ergänzte: ‚Ausgewählt wurde Ostrach aufgrund seiner sehr guten Bewerbung, nicht weil ein Defizit entdeckt wurde.‘ Initiiert hatte die Bewerbung für das Programm die Integrationsmanagerin Martina Eisele“ (Schwäbische Zeitung, 04. 12. 2019).

Land fördert an 23 Orten bürgerschaftliches Engagement bei der Integration von Migranten, und zwar mit 40 000 Euro. So das Ministerium für Soziales und Integration. Die Bewerbung der Gemeinde Ostrach für dieses Programm liest sich wie folgt:

„Die Kommunen Ostrach und Messkirch beginnen im April 2018 mit einer intensiven Integrationsarbeit in einem großen Flächenlandkreis. Eine neu eingestellte Integrationsbeauftragte soll die erforderlichen Strukturen aufbauen. Besonders Kommunen in der Fläche stehen einer großen Herausforderung gegenüber, wenn es um die Integration von Flüchtlingen und anderen Migranten geht … Dazu kommen besonders auch in kleinen Kommunen Vorbehalte gegenüber Fremden. Oft steht der Gruppe von engagierten Ehrenamtlichen eine nicht homogene Gruppe von Menschen gegenüber, die wenig Kontakt mit Geflüchteten und anderen Zuwanderergruppen haben“ (Auszug aus der Interessenbekundung der Gemeinde Ostrach bei der Führungsakademie Baden-Württemberg).

Den vollständigen Antrag kann man hier einsehen.

Hier wird getürkt. Hier werden Mittel für andere Zwecke verwendet. Ortskerngestaltung und Verkehr, Naturschutz (Artenschutz und Artenvielfalt), ärztliche Versorgung, Mobilität (Mobilitätsbedarf und Bürgerbus), Jugend in Ostrach (14er-Rat und Jugendtreff), Wir lieben Familie –diese Projekte haben nichts mit dem Programm des Ministeriums zu tun, nichts mit „intensiver Integrationsarbeit“ und der „Integration von Flüchtlingen und Migranten“, wie es in dem Antrag der Gemeinde Ostrach formuliert wird.
Dass das im Auftrag der Führungsakademie agierende Moderatorenteam und die inzwischen zur „Integrationsmanagerin“ avancierte Integrationsbeauftragte damit keine Probleme haben, liegt auf der Hand. Wird doch alles vollständig vom Land finanziert.
In den Blogbeiträgen WIR sind Ostrach – ohne Integration – ohne mich und in WIR sind Ostrach – Ein kleiner Briefwechsel wurde im Februar 2019 dieses mehr als fragwürdige Verfahren schon ausführlich dargestellt und kritisiert.
Eine bekannte Redewendung im Deutschen heißt übrigens, dass man jemandem ein X für ein U vormacht.

In diesem Sinne:2-advent

Wir sagen euch an den lieben Advent.

Sehet, die zweite Kerze brennt.

 

Nachtrag zur zweiten Kerze


– Vollendet ist das große Werk. Die Nitratwerte vom November sind seit 4. Dezember nicht nur auf der Homepage der Gemeinde, sondern auch im Mitteilungsblatt vom 5. Dezember. Und das alles unaufgefordert!

– Auch die Lokalredaktion der Schwäbischen Zeitung hat inzwischen mitgekriegt, dass wir in Ostrach ein Nitratproblem haben. Dazu bedurfte es aber einer Bürgeranfrage auf der Gemeinderatssitzung am 2. Dezember. Sonst hätte es die Schwäbische wahrscheinlich nicht mitgekriegt.

– In der Fortschreibung des Regionalplans wird das Gebiet links und rechts der Altshauser Straße (Gewerbegebiet Königsegg) als Industrie- und Gewerbegebiet mit 22 ha ausgewiesen, und dies in Übereinstimmung mit Gemeinderat und Verwaltung. Seit 3. September 2018 wissen wir, dass Bürgermeister und Gemeinderat ein neues Gewerbegebiet im Umfang von 5 ha planen. Ob und wann dies dann bebaut werde, vermochte der Bürgermeister im Rahmen der Bürgerfragestunde nicht vorherzusagen, berichtet die Schwäbische Zeitung vom 05. 12. 2019.

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